Als das Wort vor einigen Wochen verstärkt in meinem Blickfeld auftrat, dachte ich noch, die Rede ist von einer neuen Internettechnologie, die wieder Platz für mehr Domainnamen schafft und unter der man eine schnellere Netz-Anbindungen versteht. Nichts von alle dem. Web 2.0 ist ein Begriff, den O’Reilly und Media Live International ersonnen haben und im Rahmen einer jährlich stattfindenden Web 2.0 Konferenz mit Konzepten und Ideen füllen. Was Web 2.0 im Wesentlichen meint, fasst dieser O’Reilly-Artikel recht schön zusammen. So, wie sich das für mich darstellt, ist mit Web 1.0 ein Internet gemeint, bei dem Dienstleister und Inhalteanbieter auf der einen Seite, und Kunden, Interessierte, User auf der anderen Seite relativ streng getrennt waren.
Im Web 2.0, das sich nach der Dot-Com-Kriese langsam herausbildet, entsteht auf der Basis des Internet ein soziales Netz, das durch Dienste, wie Wikipedia, Flickr, BitTorrent, die Blogosphere etc. eine ungeheuere Eigendynamik entwickelt hat und jedem Nutzer auch gleichzeitig die Möglichkeit gibt, die Netzstrukturen zu verändern. Mit Web 2.0 verbindet man die Hoffnung, neue erfolgreiche Geschäftsmodelle realisieren zu können. Nach der grossen Dot-Com-Krise um die Jahrtausendwende kommt zum allerersten Mal wieder etwas Hoffnung auf, mit Inhalten, die über das Internet angeboten werden, Geld zu verdienen.
Gleichzeitig entwickelt sich der Begriff Web 2.0 natürlich zu einem Modewort, das sich auch wieder sehr schnell abnutzen kann. Die Grundidee dahinter halte ich aber für nicht verkehrt. Nachdem wir nun seit 10-15 Jahren ein Internet hatten, dass sehr statisch aufgebaut war, und die Dynamik und das demokratische Element der Verlinkungen nicht erkennen liess, scheint nun eine Phase einzutreten, in der der Nutzer stärker denn je seinen Einfluss auf das Netz erkennt und wahrnimmt.
