Bei aller Affinität zur Computergrafik, zu Content Management Systemen, zu Dokumenten mit schön layouteten Inhalten: manchmal muß es etwas sein, was sich durch Raum und Zeit verändert, dessen Gebrauchsspuren und Fehler mit zur Ästhetik gehören und sich das Kunstwerk eben erst durch seinen Gebrauch und Verbrauch offenbart. Informationen mit der Hand durch einen Stift in einem Notizblock zu erfassen heißt eine Technik zu benutzen, die - Kugelschreiber und Füller sei Dank - bis zur Perfektion weiterentwickelt wurde, aber dennoch beständig und vor allen Dingen für den Menschen verstehbar und einsehbar bleibt, im Gegensatz zu Rechnern und Netzwerken, denen wir mehr und mehr Vertrauen und immer weniger Kontrolle entgegenbringen können. Und was könnte sich für die klassische Informationsaufbewahrung besser eignen, als ein schicker kleiner Moleskine-Notizblock![image:810:c]Das Moleskine wurde schon im 20. Jahrhundert von einem kleinen Schreibwarenhändler hergestellt und von Persönlichkeiten, wie Ernest Hemingway oder Pablo Picasso genutzt. Es ist ein Beispiel dafür, daß die physische Anstrengung des Schreibens und das langsame Ausleiern des wirklich gut verarbeiteten Produktes auch ein habtisches Erlebnis sein kann, das die Wahrnehmung von Form und Inhalt mit allen Sinnen erlaubt. Computer, Massenspeicher und Netzwerke machen es heute notwendig sich Informationen in abstrakten Strukturen vorzustellen. Da kann es ab und an ganz erfrischend sein, Informationen - im wahrsten Sinne des Wortes - in die Hand zu nehmen.
Im Gegensatz zu Herrn S. habe ich noch keinen Montblanc Füllfederhalter. Mein Moleskine wird mit allen Arten von Stiften beschrieben und beschmiert und entwickelt sich zur Zeit zu einer ganz produktiven Art, Ideen für die Diplomarbeit und kreative Arbeiten im Allgemeinen festzuhalten.
