Web 2.0 ist wohl eines der am häufigsten missverstandenen Begriffe, ein einziges großes waberndes Irgendwas, in dem Schlagwörter wie User Generated Content, Kollaborative Systeme, soziale Netzwerke auftauchen. Die Diskussion darum halte ich für interessant, wenn auch der Begriff Web 2.0 meiner Ansicht nach schlecht gewählt ist. Er konnotiert viel zu stark einen festen Zustand im Netz, den es nicht gibt. Semantisches Netz finde ich da angebrachter.
Web 2.0 verbinde ich im Augenblick vor allem mit den vielen neuen Geschäftskonzepten, die zur Zeit wie Pilze aus dem Boden sprießen und an den Boom vor der Dot.com-Krise denken lassen. Und ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber zur Zeit habe ich den Eindruck, daß vor allen Dingen diejenigen als besonders hip und Web 2.0ig gelten wollen, die bei ihrem Logo auf diesen Aqua-Reflektions-Look setzen.[image:815:c]Entweder eine angedeutete gewölbte Oberfläche der Buchstaben, eingebettet in einem weißen Rahmen und mit Schattenwurf, oder Buchstaben, die so glänzen, daß sie selber schon Reflektionen zeigen, mit einer Reflektion auf die spiegelglatte weiße Fläche, über der der Schriftzug schwebt. Nicht zu vergessen natürlich der ewige Beta-Status jeder Anwendung. Sehe ich das eigentlich richtig, daß dieser Stil ursprünglich von Apple gezeigt wurde und nun tausendfach kopiert wird? Ein großer globaler Stil-Trend, der in der Nachbetrachtung wahrscheinlich irgendwann mal als Stil-Epoche der Web 2.0-Ära gelten wird. Dazu gehören dann wahrscheinlich auch die Seiten Wrike, Flippid, gigo it, idee, Clip & Copy und Build Smarter.
Inspiriert von einer großartigen Zusammenstellung der Logos neuerer Internet-Anwendungen.
