Bei Spreeblick las ich folgende Zeilen bezüglich der Prognose, was uns - so ganz allgemein - in den nächsten Jahren erwartet:
Im neunzehnten Jahrhundert ging man angesichts der explodierenden Weltbevölkerung davon aus, dass irgendwann nicht mehr genügend Getreide da sein würde.
Für die vielen Pferde. Denn die würde man dann ja brauchen. Für die vielen Millionen Kutschen.
Ja, so schauts aus. Der Blick in die Zukunft ist immer gefangen in der Erfahrungswelt der Gegenwart. Einen schönen Vergleich habe ich dazu auch vor ein paar Monaten auf einer anderen Seite gelesen, dessen genaue Adresse ich nun nicht mehr ausmachen kann. Sinngemäß ging es darum, daß mit den ersten Motoren die Autos so aussahen wie Kutschen, weil man einfach nichts anderes kannte. Statt den Pferden benutzte man halt den Motor, aber die Karosserie blieb zunächst die gleiche. Erst über Jahrzehnte fand das Auto zu seiner eigentlichen äußerlichen Identität, die mit Kutschen nicht mehr viel gemeinsam hat.
In diesem Zusammenhang fänd ich es übrigens witzig zu sehen, was 1970 auf der ersten Cebit so alles angepriesen wurde, was heute in einem ganz anderen Gewand daher kommt oder sich in eine völlig andere Richtung weiterentwickelt hat. Rechenanlagen werden zu Laptops, Röhrenmonitore zu Flachbildschirmen. Aber da gibt es sicherlich noch viele andere Dinge. Ich denke, es lohnt sich die technischen Zukunftsvisionen der Vergangenheit zu beleuchten, um zu verstehen, wie groß unsere Fehleinschätzungen heute über die Zukunft sind. Und danach nix wie auf die CeBIT!
