Netzkultur
03.08.2008

Bei einer Liste von 30 PDF-Dateien zum Thema Webdesign fand ich die Folien von Elliot Jay Stocks, der auf der Future of Web Design-Conference über den sogenannten Web2.0-Look sprach, also die vielen unzähligen Logos und Designs, die mit Reflektion, Glossy-Effekten und stark kontrastierenden Farben arbeiten. Anfang letzten Jahres schrieb ich, dass sich dieser Trend vermutlich auf die Designlinie von Apple zurückführen lässt, die mit diesen Effekten tausend Nachahmer fanden. Elliot Jay Stocks Folien entnehme ich, dass er das genauso sieht. Eigentlich müsste man mal einen richtigen Nachweis dafür erbringen, dass Apple die ersten waren, die mit diesem Look heraus kamen und dann könnte man ihnen einen Preis überreichen für die Bildung einer stilprägenden Epoche des Webdesigns, die sich inzwischen wohl langsam dem Ende nähert.

Und was sind die nächsten Trends?

Florale Ornamente sieht man inzwischen recht häufig und sind damit auch schon wieder ein alter Hut. Dreckige Layouts, Spuren von Rost und Abrieb oder Strukturen von Steinen, wie sie Elliot Jay Stocks selbst einsetzt, geben derzeit das Gefühl von Individualität und vielschichtiger Persönlichkeit. Abseits des Trends denken, sagt Stocks und zeigt in seinen Folien Websites, die jeden Trend überstehen können, weil sie zeitlos, ästhetisch und auf eine individuelle Marke bezogen sind. Subtraction und die JRVelasco gefallen mir dabei besonders gut. Dennoch bin ich gespannt, welche Stilepoche als nächstes unübersehbar das Netz durchfluten wird. Und ob es wieder Apple sein wird, die den Trend vorgeben.


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