Der Trend diesen und vor allem des nächsten Jahres werden stereoskopische Kinofilme sein, also Filme, die man mit 3D-Brille schaut und bei denen man Tiefeninformationen sieht. Lucas Martell, ein 3D-Künstler, der sich derzeit auf der Siggraphh 2008 tummelt, hat zu diesem Thema einen interessanten Artikel verfasst, in dem er die Meinungen aus der 3D-Animationsszene zu diesem Thema zusammenfasst. Darin wird deutlich, dass es neben dem Vorteil von Tiefeninformationen auch ein paar gravierende Nachteile bei dieser Technik gibt, die die Stereoskopie nicht mehr so toll und zukunftsweisend erscheinen lassen.
Sowohl Effekte mit unterschiedlicher Brennweite als auch Tiefenunschärfe lassen sich nicht einfach so mit Stereoskopie vereinbaren, weil der Tiefeneindruck dabei verloren geht. Die Tiefenunschärfe stellen unsere Augen zwar von alleine her, wenn wir uns auf ein Objekt fokusieren, aber eine im Bild direkt dargestellte Tiefenunschärfe hat den Vorteil, dass vom Hauptobjekt ablenkende Hintergrunddetails einfach stärker ausgeblendet werden können.
Ein weiterer Nachteil wird für Szenen beschrieben, die besonders groß und weit wirken sollen (zum Beispiel Luftansichten von Bergen oder grossen Schlachten). In der Stereoskopie erwecken Sie den Eindruck von kleinen Spielzeuglandschaften. Wahrscheinlich muss man noch herausfinden, wie man Stereoskopie vernünftig einsetzen kann. Bislang gibt es aber noch viele Gründe, die für die klassische 2D-Film-Darstellung sprechen.
