09.09.2008

Inspiriert von einigen Papiermodellen, die andere Leute mit Blender erstellt und danach zusammengebastelt haben, wollte ich das einmal selber ausprobieren. Und da ich mich vor nicht allzu langer Zeit in die Anatomie des menschlichen Gehirns einarbeiten musste, lag eigentlich nichts näher, als genau dieses Objekt in Blender zu modellieren und daraus einen Bastelbogen zu erstellen.

Zunächst habe ich dazu die Gestalt einer Hemisphäre in Blender modelliert, gespiegelt, den Sockel druntergehängt und die Schnittkanten so angelegt, dass sich das Modell geometrisch korrekt auffalten ließ. Mediziner werden sofort erkennen, dass der Temporallappen etwas zu lang geraten ist, aber insgesamt erwies sich das Modell zur Kartierung dennoch als tauglich. Nach dem Auffalten des Modells (in Blender heißt dieser Schritt Unwrap) wurde das UV-Bild als SVG-Datei abgespeichert. Mit Inkscape wurden dann manuell die Klebestreifen, sowie alle Beschriftungen hinzugefügt.

Seit dem ziert dieser kleine 3D-Gehirnatlas, der die Namen der unterschiedlichen Gehirnregionen samt einer groben Beschreibung ihrer Funktionen beinhaltet, meinen Schreibtisch. Wer sich auch so einen Atlas basteln möchte, dem stelle ich hier alle benötigten Dateien zur Verfügung.

Paperbrain (1,9 MB)

Die ZIP enthält 4 PDF-Dateien mit den Bastelbögen, die SVG-Originaldatei, in der sich alle Beschriftungen ändern lassen, und die Blend-Datei, mit dem 3D-Modell und den UV-Bildern. Wer das Gehirn selbst zusammen bastelt, kann in dieser Datei schön erkennen, wie die einzelnen Flächen auf das Gehirn gebogen werden.


04.09.2008

Auf dieser Seite findet sich ein schöner Text über das Erstellen umfangreicher Dokumente - insbesondere Diplomarbeiten - mit OpenOffice bzw. StarOffice. In dem Text geht es um sämtliche Vorlagentypen, wie man mit unterschiedlichen Nummerierungen und Kapitelüberschriften umgeht und wie diverse Verzeichnistypen angelegt werden. Die downloadbare Vorlage für Diplomarbeiten greift diese Konzepte alle auf. Für ein besseres Schriftbild empfiehlt es sich lediglich in der Standard-Vorlage unter Position das paarweise Kerning zu aktivieren.


18.08.2008

Der Trend diesen und vor allem des nächsten Jahres werden stereoskopische Kinofilme sein, also Filme, die man mit 3D-Brille schaut und bei denen man Tiefeninformationen sieht. Lucas Martell, ein 3D-Künstler, der sich derzeit auf der Siggraphh 2008 tummelt, hat zu diesem Thema einen interessanten Artikel verfasst, in dem er die Meinungen aus der 3D-Animationsszene zu diesem Thema zusammenfasst. Darin wird deutlich, dass es neben dem Vorteil von Tiefeninformationen auch ein paar gravierende Nachteile bei dieser Technik gibt, die die Stereoskopie nicht mehr so toll und zukunftsweisend erscheinen lassen.

Sowohl Effekte mit unterschiedlicher Brennweite als auch Tiefenunschärfe lassen sich nicht einfach so mit Stereoskopie vereinbaren, weil der Tiefeneindruck dabei verloren geht. Die Tiefenunschärfe stellen unsere Augen zwar von alleine her, wenn wir uns auf ein Objekt fokusieren, aber eine im Bild direkt dargestellte Tiefenunschärfe hat den Vorteil, dass vom Hauptobjekt ablenkende Hintergrunddetails einfach stärker ausgeblendet werden können.

Ein weiterer Nachteil wird für Szenen beschrieben, die besonders groß und weit wirken sollen (zum Beispiel Luftansichten von Bergen oder grossen Schlachten). In der Stereoskopie erwecken Sie den Eindruck von kleinen Spielzeuglandschaften. Wahrscheinlich muss man noch herausfinden, wie man Stereoskopie vernünftig einsetzen kann. Bislang gibt es aber noch viele Gründe, die für die klassische 2D-Film-Darstellung sprechen.


03.08.2008

Bei einer Liste von 30 PDF-Dateien zum Thema Webdesign fand ich die Folien von Elliot Jay Stocks, der auf der Future of Web Design-Conference über den sogenannten Web2.0-Look sprach, also die vielen unzähligen Logos und Designs, die mit Reflektion, Glossy-Effekten und stark kontrastierenden Farben arbeiten. Anfang letzten Jahres schrieb ich, dass sich dieser Trend vermutlich auf die Designlinie von Apple zurückführen lässt, die mit diesen Effekten tausend Nachahmer fanden. Elliot Jay Stocks Folien entnehme ich, dass er das genauso sieht. Eigentlich müsste man mal einen richtigen Nachweis dafür erbringen, dass Apple die ersten waren, die mit diesem Look heraus kamen und dann könnte man ihnen einen Preis überreichen für die Bildung einer stilprägenden Epoche des Webdesigns, die sich inzwischen wohl langsam dem Ende nähert.

Und was sind die nächsten Trends?

Florale Ornamente sieht man inzwischen recht häufig und sind damit auch schon wieder ein alter Hut. Dreckige Layouts, Spuren von Rost und Abrieb oder Strukturen von Steinen, wie sie Elliot Jay Stocks selbst einsetzt, geben derzeit das Gefühl von Individualität und vielschichtiger Persönlichkeit. Abseits des Trends denken, sagt Stocks und zeigt in seinen Folien Websites, die jeden Trend überstehen können, weil sie zeitlos, ästhetisch und auf eine individuelle Marke bezogen sind. Subtraction und die JRVelasco gefallen mir dabei besonders gut. Dennoch bin ich gespannt, welche Stilepoche als nächstes unübersehbar das Netz durchfluten wird. Und ob es wieder Apple sein wird, die den Trend vorgeben.


21.07.2008

Pigeon: Impossible ist das Animationsprojekt von Lucas Martell, einem unabhängigen 3D-Künstler und Compositor. Seit vier Jahren arbeitet er schon an diesem 6min-Kurzfilm, der im Herbst diesen Jahres veröffentlicht werden soll. Vorab schreibt Lucas in seinem Blog über viele interessante technische Dinge, die das Erstellen eines Animationsfilms betreffen. In seinem Videopodcast werden Themen, wie die richtige Bildkomposition, Beleuchtung oder Renderoptimierung aufgegriffen, eben alles, womit sich 3D- und Animationskünstler beschäftigen.

Nachdem ich vor einiger Zeit richtig in Blender eingestiegen bin, arbeite ich seit etwa 6 Monaten selbst an einem kleinen Animationsfilm, weshalb ich Internetseiten, wie die von Lucas, mit großem Interesse verfolge. Die Idee, mit Modellen aus dem Film Elephants Dream einen eigenen Film zu erstellen, kam vor acht Monaten. Vor sechs Monaten wurden die Modelle und das allgemeine Farbthema gewählt und auf der Rückfahrt von der Big Buck Bunny-Premiere aus Amsterdam im April kam mir die Idee für die Story dieses Films. Noch ist ungefähr nichts fertig. 6 Sekunden Film liegen bereits als fertige Bilder in HD-Qualität vor, 30 Sekunden müssen nur noch einmal fertig gerendert werden und in dieser Woche kommen wohl nochmal 6 Sekunden Hauptfilm dazu. Aber daran erkennt man schon, dass es nur in sehr kleinen Schritten vorran geht, vor allem, wenn man nur ein bis zwei Mal pro Woche Zeit dafür hat.


14.07.2008

Bevor ich nach New York flog, druckte ich mir eine Übersichtskarte von Manhattan aus und dachte, dass man ja bequem vom Hostel aus die 50 Blocks Richtung Times Square laufen könne. Ja, kann man auch, es dauert nur Ewigkeiten. Nach den wenigen Tagen, in denen ich in New York war, hatte ich nicht das Gefühl die Größe von Manhattan wirklich einschätzen zu können. Die Größe vom Innenstadtbereich von Münster kann ich nach über 5 Jahren allerdings sehr wohl einschätzen. Alles, was die Promenade in Münster umschließt, passt 33 Mal in Manhattan rein. So groß ist Manhattan!


13.07.2008

10 Tage lang hielt ich mich in New York und Washington DC auf - zwei sehr unterschiedliche Städte. New York ist zu Washington DC ein bißchen so, wie das Hochformat zum Breitformat. Hier ein paar Schnappschüsse aus der Fülle an Bildern, die ich auf der Reise gemacht habe. Read the rest of this entry »


14.05.2008

Zwei Linktipps, die ich in dem kürzlich gefundenen Blog MEDAL Blogging gefunden habe. Zum einen kann man sich hier kostenlos das Buch “A Field Guide to Genetic Programming” herunterladen. Das Buch wurde von vier wissenschaftlichen Mitarbeitern (unter anderem einem Professor und einem Doktor) geschrieben und handelt auf 160 Seiten sowohl die Grundlagen, als auch fortgeschrittene Techniken der genetischen Programmierung ab, sowie Anwendungsbeispiele, in denen dieses Verfahren erfolgreich eingesetzt wurde. Unter anderem werden kurz eine ganze Reihe von Beispielen aufgelistet, in denen die Ergebnisse dieser lösungssuchenden Verfahren genauso gut oder besser als die bislang von Menschen gefundenen Lösungen waren. Das Fazit lautet:

Specifically, there are fifteen examples where GP has created an entity that either infringes or duplicates the functionality of a previously patented 20th-century invention, six instances where GP has done the same with respect to an invention patented after 1 January 2000, and two cases where GP has created a patentable new invention. The two new inventions are general-purpose controllers that outperform controllers employing tuning rules that have been in widespread use in industry for most of the 20th century. (Page 119)

Der zweite Hinweis bezieht sich auf ein nettes Video, das Schwarmintelligenz an einem klassischen Beispiel zeigt: eine Ameisenkolonie findet den kürzesten Weg zur Nahrungsquelle.


11.05.2008

Edwin Catmull ist Mitbegründer der Pixar Animation Studios, aber damit nicht nur ein bekannter Unternehmer, sondern als Informatiker auch ein Mitentwickler und Wegbereiter der modernen Computeranimation. Auf einer Konferenz der Stanford Graduate School of Business hielt Edwin Catmull einen Vortrag über die Probleme und Erkenntnisse, die in seiner Firma in den letzten 13 Jahren seit dem Film Toy Story auftraten. Es geht um die Art, wie das kreative Potential der Mitarbeiter am besten entfaltet werden kann, wie eine gutes Unternehmen zu einem sehr guten Unternehmen wird, welche Probleme in jedem Unternehmen dieser Größenordnung auftreten und wie Pixars Firmenphilosophie dazu aussieht.

Was ist für ein Unternehmen wichtiger? Gute Ideen oder gute Leute? Nachdem man Edwin Catmull eine halbe Stunde andächtig lauscht, wie er über die Anfänge von Pixar aus dem Nähkästchen plaudert, was er und seine Mitarbeiter über gute Filme, gute Geschichten, gute Ideen alles dazu gelernt haben, lautet sein Urteil: Gibt man eine gute Idee mittelmässigen Mitarbeitern, kommt etwas mittelmässiges dabei heraus. Gibt man eine mittelmässige Idee guten Mitarbeitern, wird die Idee verbessert (O-Ton: They fix that!).

Das ist eine von vielen Weisheiten, die man während des Vortrages von Edwin Catmull aufschnappen kann. Etwa 55 Minuten ist der Vortrag lang und es ist toll, dass ausser den Studenten im Vorlesungssaal noch so viele mehr das Privileg geniessen dürfen, dieser Person zuzuhören.


10.05.2008

Vor einiger Zeit berichtete ich über den 32 Knoten-Contest in Inkscape. Ziel war es, zu zeigen, wie viel man bereits mit 32 Knoten (+ Linien und Farben) eine Vektorgrafik darstellen kann. Nun gibt es zur Zeit einen ähnlichen Contest in der Blender-Community. Die Herausforderung: Erstelle ein Bild mit nur 10 kubischen Boxen, keine Texturen, kein aufwendiges Ambiente.

Diese übermässige Beschränkung der 3D-Modellierung entfachte eine ungeheuer kreative Resonanz aus der Blender-Gemeinde. Die Werke können allesamt hier bestaunt werden. Toll an dieser Idee finde, dass sie nicht nur zeigt, wie viel gestalterisches Potential in so wenigen Mitteln liegt, sondern auch, wie selbst erstellte Regeln zu einem schönen einheitlichen Ambiente und zu einer konsistenten 3D-Welt führen können.